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Lesung Maria Laach, 27. Oktober 2014

Laacher Forum


Claudia Croos-Müller gibt Tipps zum Glücklichsein

ln MARIA LAACH.


Einen ebenso informativen wie heiteren Abend haben die Besucher des Vortrags "Kopf hoch"

von Claudia Croos-Müller erlebt, zu dem die Buch- und Kunsthandlung Maria Laach im Rahmen des Laacher Forums eingeladen hatte.





'Selbst in den Fingerspitzen sitzt ein Stück Gehirn': Claudia Croos-Müller bei ihrem Vortrag in

Maria Laach.


Foto: Müller


Die Zuhörer erfuhren, dass das Gehirn mit 100 Milliarden Hirnzellen und 100 Billionen

Synapsen ein Riesencomputer sei, der eigentlich den ganzen Körper umfasse. "Selbst in

den Fingerspitzen sitzt ein Stück Gehirn", erklärte die Autorin, Neurologin und

Psychotherapeutin. Unterschiedliche Hirnregionen seien für Emotionen wie Wut oder

Ärger verantwortlich - Gefühle, die über den Körper positiv beeinflusst werden könnten.

 

"Ein Hirn ohne Körper erlebt nichts", betonte Croos-Müller. "Über den Körper lässt sich also

der Gemütszustand beeinflussen", lautete die Botschaft der Referentin. Sie verriet

entsprechende Tricks und Übungen. "Body2Brain" nennt die Psychotherapeutin ihre Methode,

die über die Konzentrative Bewegungstherapie, die Wahrnehmung und Bewegung als

Grundlage des Handelns, Fühlens und Denkens nutze. So habe etwa der Spruch "Kopf hoch"

eine tiefere Bedeutung. "Im Augenblick, in dem ich meine Kopf- und Halshaltung verändere, verändert sich was im Gehirn", führte die Referentin aus.Auch ein Lächeln wirke Wunder.

 

"Bitte lächeln" und "Kopf hoch" seien zwei wirksame Rezepte gegen Stress und Ärger.

"Glückliche Menschen genesen schneller, haben eine bessere Wundheilung und können

sich besser konzentrieren", betonte die Expertin. Optimist zu sein, lasse sich trainieren.

 

Mit der sogenannten "Rechts-Links-Reizung", also der Reizung der linken und rechten Gehirnhälfte, ließen sich negative Ereignisse verarbeiten. "Egal, ob man mal mit den rechten

und linken Fingern schnippt oder sich abwechselnd auf den linken und rechten Oberschenkel klopft, in jedem Fall wird Stress abgebaut", empfahl die Autorin, die ihren Zuhörern eine ganze Reihe von Tipps mit auf den Weg gab.


Artikel vom 15.11.2014

Laacher Forum: Claudia Croos-Müller gibt Tipps zum Glücklichsein | GA-Bonn - Lesen Sie mehr auf:
http://www.general-anzeiger-bonn.de/region/kreis-ahrweiler/brohltal/claudia-croos-mueller-gibt-tipps-zum-gluecklichsein-article1497225.html#plx1046220234

 

Süddeutsche Zeitung Nr. 230 vom 6./7. Oktober 2003

BILDUNG UND BERUF


Die Kommunikationstrainerin Claudia Croos-Müller setzt auf Körpersprache statt Rhetorik

Weiche Knie, Herzklopfen, flaues Gefühl im Magen, trockener Hals: Aufregung, ob die anderen sie nun bemerken oder nicht, hat schon so manchen Auftritt verpatzt. Das betrifft sicher weitaus mehr Menschen als die Teilnehmer des Seminars "Mehr Erfolg durch sicheres Auftreten". Denn so cool und smart sich die Geschäftsleute heuzutage auch geben mögen: Vor den Applaus haben die Götter noch immer Schweiß und Lampenfieber gesetzt. Selbstkritik ist also angebracht, denn ein ehrliches Feedback bekommen im Leben nur die wenigsten. Was wir "verkörpern" möchten, kommt eben oft nicht rüber. Genau da setzt das Seminar an. Denn der Mensch spricht nicht nur mit dem Mund, sondern mit dem ganzen Körper. Wissenschaftler haben herausgefunden, dass der Eindruck, den man von seinem Gegenüber gewinnt, nur zu acht Prozent aus der Wortwahl entsteht, dagegen 23 Prozent aus der Betonung des Gesagten und zu 69 Prozent aus der mit der Rede verbundenen Körpersprache.

Das weiß auch Kommunikationstrainerin Claudia Croos-Müller, im Hauptberuf Neurologin und Psychotherapeutin: "Körperhaltung ist auch innere Haltung." Und so ist ihr zweitägiges Seminar geprägt von Körperarbeit. Die Teilnehmer laufen, gehen, stehen, stampfen, gestikulieren, flüstern, rufen, schreien - kurz: Sie lernen die Ausdrucksmöglichkeiten ihres Körpers neu kennen. Denn, so die Trainerin: "Wir sind fast alle so verkopft, dass wir wieder lernen müssen, was jedes Kind weiß: wie man mit den Händen das gesprochene Wort unterstützt, wie unsere Stimme natürlich klingt, wie wir uns unverkrampft bewegen. "Mit Hilfe von Körper-, Atem- und Entspannungsübungen erlernen die Teilnehmer die ersten Schritte zu einem gelungenen Auftritt vor einer Gruppe, auf einem Podium oder hinter einem Rednerpult. Auf das Gesagte kommt es dabei zunächst weniger an. Wichtiger ist: Wie trete ich ein, wie verschaffe ich mir Aufmerksamkeit und meinem Standpunkt Gewicht und Gehör ?

Was aber ist ein guter Auftritt ? Wer sich ein Patentrezept erhofft, das bei jedem funktioniert und in zwei Tagen erlernbar ist, wird enttäuscht. Denn von übergestülpten Einheitslösungen hält Claudia Croos-Müller nichts. Sie setzt auf die individuellen Stärken der Teilnehmer. Und auf ihre unerlässliche Assistentin, die Videokamera. So lästig sie auch ist, so ungern die meisten freiwillig vor sie hintreten mögen: Ihr Auge ist immer dabei, wenn die Teilnehmer in unterschiedlichen Rollen und Situationen "auftreten". Humorvoll und mit Feingefühl übt Croos-Müller Manöverkritik. Während die einen wie zur Statue erstarrt stehen, zappeln andere unruhig hin und her - ohne dass es ihnen bewusst wäre. Bewusst werden ist aber die Voraussetzung für Verhaltensänderungen, weiß die Therapeutin, und das gilt auch im normalen Leben. Aber nicht die Fehleranalyse steht im Mittelpunkt, sondern die Suche nach dem Besonderen, dem Unverwechselbaren, das jeder Teilnehmer in sich trägt.

Nicht auf fein gedrechselte Rhetorik und Effekthascherei schwört die Trainerin die Anwesenden ein. Statt dessen rät sie: "Üben Sie, Sie selbst zu sein - mit all Ihren Begabungen!" Dies ist eines der wenigen Seminare, das den ersten Schritt vor dem zweiten macht: Es führt die Teilnehmer mit allen Sinnen - und nicht nur mit Kopf und Stimme - in die schwierige Kunst ein, sich gut zu präsentieren. Die weiteren Schritte muss dann jeder selbst tun.

Ingrid Brunner